ACM Programmierwettbewerb an der FAU

World Finals 2010

Dies ist der Bericht vom Finale 2010 des International Collegiate Programming Contest (ICPC) der Association for Computing Machinery (acm), den Alex netterweise für uns verfasst hat.

Anreise

Auf geht's nach China. Man kann zwar aufgrund der Reiseroute (Nürnberg → Paris → Amsterdam → Peking → Harbin → Shanghai → Amsterdam → Nürnberg) meinen, wir würden so ne Art Städtetour machen, aber dem ist nicht so. Treffpunkt also 14:00 Uhr in Nürnberg am Flughafen.

Die erste Station ist der Check-In. Tobi und ich bekommen problemlos unsere Tickets. Nun sind Daniel und Thomas dran. Jedoch sind beide nicht so erfolgreich und dürfen vorerst nur bis Amsterdam mit fliegen, da die Tickets aus irgendwelchen Gründen nicht gedruckt werden können. Dann kommt Brinky in Erwartung des selben Dilemmas dran, doch hier funktioniert dann wieder alles reibungslos.

Aufgrund des vor uns liegenden Fluges nutzen wir nochmal freies Internet (wer weiß, was wir in China vorfinden) und starten anschließend zum Boarding.
Mit dem Flughafenbus fahren wir zu einem netten kleinen Flugzeug, bei dem am Vorderreifen scheinbar etwas Luft raus gelassen wurde, wohl um den Einstieg zu erleichtern. Wir gehen an Bord und suchen unsere Plätze, wobei das aufrechte Gehen doch etwas Schwierigkeiten bereitet, da dezent auf eine ausreichende Höhe verzichtet wurde. Nach der Landung scheint es noch so, als wäre der Zeitplan einzuhalten. Als wir jedoch nach 15 Minuten Herumfahrens im Pariser Flughafen unseren Stellplatz noch immer nicht erreichen, wird uns langsam klar, dass wir uns bei Ankunft doch etwas beeilen sollten, um unseren Anschlussflug nach Amsterdam zu bekommen. So endlich da – noch 20-25 Minuten Zeit. Schnell raus aus diesem Terminal, um zum nächsten zu gelangen (an dem wir bestimmt mit dem Flugzeug vorbeigefahren wären). Es dauert schon eine Weile bis der Bus endlich seine Terminalrundfahrt beginnt, aber schließlich fahren wir doch los. So jetzt noch durch die Kontrolle und dann zum Abfluggate, doch an der Kontrolle stehen jede Menge Leute – der Herzschlag geht immer schneller – glücklicherweise lassen uns die Franzosen nach Vorzeigen unserer Tickets sofort ganz nach vorn. Noch zum Gate und in den Flieger … GESCHAFFT! – Herzschlag verringert sich langsam wieder auf Normalniveau. Eine verbleibende Sorge ist nur, ob das Gepäck ein ebenso zügiges Vorankommen erlebt.


Wir dürfen auch nach China!

Doch erst mal stellt sich noch die Frage, ob nun alle auch von Amsterdam nach Peking fliegen dürfen. In Amsterdam angekommen, besetzen Daniel und Thomas den erstbesten Schalter. Nach einigen Diskussionen werden sie weitergeschickt zu ein paar Automaten. Wir versuchen's erst allein doch nach kurzer Erfolglosigkeit bemühen wir uns auch hier nach Hilfe. Der Flughafenangestellte meint dann nur, dass das doch ganz einfach sei, bis er dann ebenso scheitert. Nun dürfen die beiden zu Schaltern an denen noch Menschen sitzen und kommen nach ein paar Minuten sogar mit Tickets zurück. Wäre der nächste Stolperstein beiseite geräumt. Glücklicherweise haben wir hier mehr Zeit als in Paris und nehmen deshalb natürlich die Kochkünste des hiesigen McDonalds in Anspruch. Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Peking. In diesem vom Platz her großzügigerem Flugzeug kann man auch ordentlich laufen und sitzen, was den langen, letzten Flug etwas entschärft. Um uns zu beschäftigen, werden noch ein paar alte WorldFinals-Aufgaben gelöst.

30.01.2010 - Samstag / Peking

Endlich angekommen in Peking dürfen wir uns nach etwas Warten doch mit der Tatsache anfreunden, dass es unser Gepäck in Paris wohl nicht geschafft hat. Naja – Auf zum Hotel.
Den verbleibenden Abend verbrachten wir damit, ein Restaurant namens „Da Dong”, welches uns empfohlen wurde, mittels GPS-Handy zu suchen. Leider befinden wir uns am Schluss dieses Weges vor einer chinesischen Kaserne. Dem chinesischen Wachmann darf man sich aber nur langsam nähern, da dieser Europäern scheinbar nicht über den Weg traut. Weder der Wachmann noch ‚hilfreiche’ Passanten, die einen auf chinesisch zulabern, konnten uns helfen, wo gesuchtes Restaurant zu finden sei. Es schien auch ein Problem der Aussprache zu sein, denn bereits bei einem kleinen Fehler in der Betonung, den wir nicht mal erkennen würden, wenn wir ihn 10 mal hören, führt dazu, dass die helfenden Passanten nicht mehr wissen wovon wir reden, wenn wir „Da Dong” sagen.


‚chinesische Kultur’
Enttäuscht sind wir auf dem Weg zurück bei KFC vorbeigekommen und schlugen sofort zu. Die Innenstadt Pekings ist ein interessantes Fleckchen - Reklame wohin das Auge reicht, riesige Bildschirme an jeder Ecke und im Hintergrund ein paar Gässchen mit verzierten Durchgangspassagen. Da unser Durst nach Sehenswertem trotz unseres Flugmarathons immer noch nicht gestillt ist, sind wir zum CCTW-Tower, der durch seine ungewöhnliche Form heraussticht, und zum Tian'anmen-Platz, der südlich der Verbotenen Stadt liegt, marschiert. Da es nun schon fast 23 Uhr ist und laut Plan um eben diese Uhrzeit die letzten U-Bahnen fahren, sind wir (also ich zumindest) froh, dass noch eine gekommen ist. Im Hotel freuen wir uns dann auf unser Bett.

31.01.2010 - Sonntag / Chinesische Mauer


steiler Aufstieg

Der frühe Vogel fängt den Wurm – entsprechend haben Daniel und ich schon mal verschlafen und das, obwohl wir früh zur chinesischen Mauer fahren wollen – schnell paar Semmeln, Speck und Rührei gegessen und los geht's.


Das Team inkl. Coach auf der Mauer

In Badaling sind wir 2 Stunden auf der chinesischen Mauer gewandert, wobei dies eher an Bergsteigen als an geruhsames Spazieren erinnert. Besinnlich stimmte uns aber die immerwährende chinesische Musik, die aus überall aufgestellten Lautsprechern ertönte. Man muss zugeben, dass die Mauer doch ein sehr beeindruckendes Bauwerk ist, das über viele Jahrhunderte erbaut wurde. Insgesamt ist sie mehr als 8800km(!) lang. Unser Ausflug führt uns ebenfalls am Changling Museum vorbei, das auch als Grabstätte des Eroberers Zhudi, der der Ming-Dynastie angehört, und seiner Frau dient. Im Zentrum steht ein beeindruckender Palast, in dem sich die Ausstellungsstücke (Schriftrollen, altes Silberbesteck, etc.) befinden. Der hintere Teil besteht aus einem großen Grabeshügel, vor dem der Seelenturm steht. Die letzte Etappe der Tour ist die Verbotene Stadt in Peking. Hier konnten wir die wohl beeindruckendsten chinesischen Paläste erblicken, die wir in China gefunden haben. Hier haben wir auch Gebrauch unseres chinesisch-Wörterbuchs gemacht und nach ca. 15 Minuten haben wir tatsächlich 2 Zeichen, die wir über dem Thron einer dieser Paläste gefunden haben, übersetzt – Kaiser und Besitz - klingt plausibel.


Tempel in der Verbotenen Stadt – könnte aber überall stehen (Chinesen beherrschen Copy&Paste auch bei Gebäuden)

Als wir ins Hotel zurückkommen, waren tatsächlich unsere Koffer da. Doch was ist das – einer fehlt – klar meiner. Nach kurzer Korrespondenz mit dem Flughafen versichert man mir aber, dass ich den Koffer heute noch bekomme (war auch nötig – morgen früh geht's weiter nach Harbin). Diesen Abend wollen wir aber nun wirklich vernünftig Essen gehen und recherchieren nach dem Standort des „Da Dong” – wäre wesentlich näher gewesen als die Kaserne gestern. Also los dorthin. Nach intensiven Studierens der Speisekarte, die in chinesisch und englisch geschrieben, sowie mit Bildern illustriert war, haben wir uns für zwei Peking-Enten entschieden und dabei natürlich auch die Special-Guest-Selection ausgewählt. Wir wussten nur zu diesem Zeitpunkt nicht, was das heißt. Nach kurzer Zeit durften wir dann unsere Special-Guest-Selection in Anspruch nehmen. Dabei hat Tobi für uns zwei Enten ausgesucht, wobei er seine Wahl nach der Bemerkung des Chefkochs: „These are bad ducks.” revidierte und auf die Empfehlung des Kochs vertraute. Sofort werden die ausgewählten Enten zum Tisch gebracht und dort von mehreren Köchen auseinander genommen. Das Personal zeigt uns noch, wie das Gericht zu essen ist, und überlässt uns dann unsere Stäbchen. Wir versuchen alsbald unser Glück. Haben dabei aber nur mittleren Erfolg. Wohl aus Mitleid bringen sie Zweien von uns nach etwa einer Viertelstunde eine Gabel. Aber mit der Zeit wurde es dann besser. Als wir nach unserem köstlichen Mahl zum Hotel zurückkehren, ist tatsächlich auch mein Koffer im Hotel – Puh.


Im „Da Dong” – Ente mit Pfannkuchen und Stäbchen

01.02.2010 - Montag / Harbin

Auch heute geht's wieder früh los – unser Flieger startet um 8:05 Uhr. Diesmal klappt jedoch alles ohne Probleme und wir kommen in Harbin mit unserem Gepäck an. Doch hier erwartet uns ein neues Übel – die Kälte. -20°C Außentemperatur Mittags ist einfach zu kalt!! Beim Verlassen des Flughafens erfreuen wir uns kurz an der Eisskulptur, die hier aufgebaut war, schauen aber dann, dass wir schnell in den Bus einsteigen, da es dort wärmer ist. Nach einer Weile starten wir dann zu den Hotels. Als letztes erreichen wir unser Hotel, das Shangri-La. Dort angekommen erhält jeder von uns eine warme Jacke und eine Skihose. Anschließend sind wir etwas in Harbin herumgelaufen, jedoch haben wir die Entscheidung, keine Skihose anzuziehen nur dieses eine mal gefällt. Man hat uns auch angeboten im Flusswasser zu baden (dort haben sie ein Loch ins Eis geschnitten), aber wir haben dankend abgelehnt – uns war schon kalt genug. Um uns wieder aufzuwärmen haben wir den Swimmingpool und den heißen Whirlpool unseres Hotels ausprobiert. Nachdem wir letzteren verlassen haben, sahen wir jedoch eher aus wie Krebse (insbesondere Daniel). Am Abend ging's dann Richtung Buffet.

02.02.2010 – Dienstag / Tiger und Schnee


friedlicher Tiger

Vormittags genießen wir noch unsere Freizeit – Wir haben sie sogar recht sinnvoll genutzt und uns den Tigerpark angesehen. Aus unserem vergitterten Bus heraus sehen die Tiger eigentlich recht harmlos aus (wenn auch ziemlich groß), doch der Eindruck verflog als es zur Hauptattraktion kommt. Ein kleiner (auch vergitterter) Jeep wurde vorgefahren inmitten der Tiger. Die Tür wird kurz aufgerissen und ein Hühnchen fliegt heraus, welches doch eher geringe Überlebenschancen hat. So ist es dann auch schnell zu Ende, drum fliegt gleich das nächste aus der Tür, welches im Maul des Tigers noch ein letztes mal mit dem Flügeln wedelt – es hob aber leider nicht ab, denn das Gewicht des Tigers war dann doch zu schwer. Zum Schluss dürfen wir noch an ein paar Gehegen vorbeilaufen, in denen sogar Panther, Jaguare und ein weißer Tiger zu finden sind. Auch hätte man sich nochmal ein Hühnchen kaufen können, um es den Tigern vorzuwerfen – so wie die gehalten wurden, wäre das für die wohl eine Erlösung gewesen. Am Eingang hätte man sogar die verschiedensten Tiere kaufen können – Schwein, Rind, Lamm... - ich denke jedoch, dass das nur ein Stück und nicht das ganze Tier gewesen wäre. Wir haben es zumindest nicht ausprobiert. Dann wieder zurück zum Hotel, denn das nächste Buffet wartet.


hungriger Tiger – hier auch als Video

Nach dem Mittagessen fahren wir zu den Schneeskulpturen. Zu Beginn können wir zu beiden Seiten eine etwa 300-400 Meter lange und 5 Meter hohe Schneewand bewundern. Zur rechten wurden Personen, Ereignisse aus der aktuellen Zeit und zur linken eher aus der früheren Zeit eingearbeitet. Nach der Wand konnte man in ein kleines Rutschenparadies – natürlich alles aus Schnee - einbiegen, wo sich bereits viele Teams eingefunden hatten, um diese zu testen. Das konnten wir uns auch nicht entgehen lassen. Wir haben oft versucht, entsprechende Momente mit der Kamera festzuhalten, jedoch hat in den meisten Fällen nach wenigen Sekunden der Akku gestreikt. Um ein paar Bilder zu ergattern wurden die Akkus mit der bloßen Hand gewärmt oder innerhalb der Skijacken aufbewahrt. Der ganze Park war mit riesigen Schneeskulpturen besetzt. Auch eine Metallstange (Fahnenmast oder was auch immer) wurde gefunden. Wir führten nicht den Zungentest durch, aber bereits der durch Atemluft angefeuchtete Schal blieb daran kleben. Endlich fanden wir den Ort, an dem die Action passiert. Ein riesiger Rutschenturm auf dem mit einem aufgeblasenen Ring runtergerutscht werden konnte. Des Weiteren auch noch Strandbuggy-artige Gefährte, auf denen man ein paar Runden fahren durfte. Man hätte sich auch von zwei Schlittenhunden umherziehen lassen können – jedoch lief da der Chef immer vorne weg, was uns reichlich unspannend vorkam. Am Ende wärmten wir uns noch in einer kleinen Schneehütte mit Tee auf, wobei die Schneehütte von innen nur ein Container war.


große Schneeskulptur

Inspiriert von den Skulpturen im Park, wurde uns am abendlichen Buffet verkündet, dass auch wir Skulpturen schaffen dürfen. Je zwei Teams hatten einen Buchstaben zu erstellen, um den Schriftzug „ACM ICPC 2010 WORLD FINALS HARBIN ENGINEERING UNIVERSITY” zu gestalten. Wobei uns bei den Buchstaben die Ausarbeitung selbst überlassen war. Doch auch die Trainer blieben nicht verschont. Ihnen wurden 6 Blöcke zugeteilt in denen sie sich frei entfalten konnten. Um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, spielen wir eine Runde Poker. Leider waren keine Pokerchips zur Verfügung. Anfangs haben wir Spielstände aufgeschrieben. Als uns das zu blöd wurde, hat uns Thomas ein Programm geschrieben, dass das für uns übernimmt. Wir mussten nur noch je Runde die Veränderungen je Spieler eintragen. Als wir das auch getan hatten, stürzte das Programm jedoch ab, da der Test, ob die Summe der Veränderungen 0 ergibt, fehlschlug (in dem Fall war das Verhalten ja nicht spezifiziert worden). Das das Programm abstürzte, war jedoch nicht von Vorteil, da die aktuellen Spielstände wieder von Hand in das Programm eingegeben werden mussten. Das Programm wurde dann aber verbessert – es stürzt nicht mehr ab, sondern ignoriert entsprechende Transaktion nur.

03.02.2010 – Mittwoch / Eröffnungsfeier

Aufgrund von widersprüchlichen Zeitangaben auf den Informationsblättern sind wir eher früher aufgestanden. Am Eingang zum Buffet kam uns dann das erste Lächeln über die Lippen, da wir dort ein Plakat vorfanden mit Abfahrt 6:50 Uhr. Es war etwa 6:30 Uhr und es waren etwa 4 oder 5 Leute schon da. Als wir dann kurz vor 7 das Buffet verlassen, schauen sich ankommende Leute das Plakat sehr ungläubig an und brechen dann teilweise in Hektik aus. Um etwa 7:24 Uhr fuhr dann der erste Bus mit uns los – jedoch halb leer. Die Teams wurden nun in den Keller geführt, wo wir auf das Einmarschieren in den Saal der Eröffnungsfeier warten. Anfangs war der Flur noch recht leer. Er füllt sich aber bis zum Beginn der Feier noch auf. Am Ende waren alle Teams rechtzeitig da. Nun durfte jedes Team vor zur Tribüne, wurde vorgestellt und durfte anschließend im Saal Platz nehmen – wenn man das mal 103 nimmt, macht das schon knapp 45 Minuten aus, bis alle auf ihren Plätzen sitzen und die eigentliche Eröffnungsfeier beginnen kann. Nun folgen einige Darbietungen und Reden.

Als wir das endlich überstanden haben, kommt ein interessanter Programmpunkt: World Finals Orientation, quasi erste Practice Session. Wir dürfen aber unsere Sachen nicht mitnehmen und eine Garderobe gibt es nicht. Also nutzten wir Tobi als unseren Packesel. Leider haben wir die komplette Practice-Session damit verbracht, das einfache, uns zur Einstimmung gestellte, Problem zu lösen. Naja – erst hatten wir Probleme mit der Tastatur, dann wollten wir paar Wrong Answers produzieren, aber als wir das nicht mehr wollten, fanden wir die Angelegenheit nicht mehr so lustig. Letztendlich haben wir es dann doch noch hinbekommen. Tobi, war jedoch recht unzufrieden mit uns, da wir einiges nicht getestet hatten z.B. das Drucken.


Tobi mit all unseren Sachen

Am Nachmittag durften wir nun unsere Buchstaben formen. Für jeden Buchstaben, war ein 1x1x2 Meter großer Schneeblock zur Verfügung. Wir verbrachten nun den ganzen Nachmittag damit das „F” aus diesem Block herauszuarbeiten, was anstrengender war als angenommen. Da wurde einem doch tatsächlich mal ein bisschen warm unter der Winterjacke und der Winterhose. Letztendlich stand es dann da – unser „F”. Anschließend betrachteten wir die Werke der anderen – insbesondere die Werke der Trainer. Diese schienen sogar einige Künstler unter ihren Reihen zu haben. So entstand beispielsweise ein halb gegessener Apfel. Auch Tobi und Brinky hatten an einem Kunstwerk gearbeitet – einen Pacman. Nach Begutachtung aller Werke wandern wir wieder ins Warme. Dort fand dann auch die Beantwortung der Fragen, die in der World Finals Orientation entstanden sind, statt.


Apfel und Pacman aus Schnee

Am Abend folgt das UPE-Dinner und danach eine Exkursion zur Harbin Ice World. Die Eisskulpturen waren sogar noch schöner und größer als die Schneeskulpturen. Es waren Skulpturen von einer Sphinx, Teile aus der verbotenen Stadt in Peking, ein Hochhaus (etwa 30 Meter hoch) und vieles mehr anzusehen. Ein Labyrinth und viele Rutschen, die wir natürlich auch getestet haben, fehlten nicht.


Bunte, blinkende Welt aus Eis

04.02.2010 – Donnerstag / Rehearsal

Heute ist Tag des World Finals Dress Rehearsal – quasi nochmal Practice Session. Es werden Einlaufen der Teams, Ansprache, Conteststart, Ballonverteilung, Fernsehen uvm. nochmal getestet, und uns wird nochmal die Chance gegeben, das Contestsystem kennenzulernen. Nun können wir die meisten noch ausstehenden Sachen testen, die uns Tobi aufgetragen hatte – manches haben wir wieder vergessen …


Spielzeug für das Kinderheim
Nachmittags konnte man sich einigermaßen frei bewegen. Es wurden einige Vorträge von IBM angeboten, sowie das Basteln von Spielzeug, was an ein nahegelegenes Kinderheim ging. Einige von uns nahmen die Gelegenheit während der Vorträge wahr, um nochmal ein bisschen zu schlafen – zumindest soweit das in Kino-artigen Sitzen funktioniert. Während bzw nach dem Abendessen wurden die meisten Matches der ICPC-Challenge gezeigt. In dem animierten Spiel treten 2 Mannschaften gegeneinander an. Es werden Schneebälle geworfen und Schneemänner gebaut und das Team, das am Ende der Zeit die meisten Punkte erzielt, hat gewonnen. Jedes Team konnte dazu einen Spieler programmieren. Ein Eingreifen des Teams während des Spiels ist jedoch nicht möglich. Wir hatten auch einen Spieler am Start. Über das Ergebnis halten wir uns jetzt mal in Schweigen.

05.02.2010 – Freitag / WORLD FINALS

Ausgeruht und frisch gestärkt vom Frühstücksbuffet starten wir zur Contestarena. Bill Poucher hat die Teams noch etwas hingehalten und ein paar Späße gemacht, bis es endlich los ging. Dann durften wir zum dritten (und entscheidenden Mal) in die Contestarena einlaufen. Dann der Start – Leider ging bei uns lange nichts vorwärts. Wir haben durch ein paar Fehler viel Zeit verloren. Am Ende hat uns noch eine falsche Konstante eine weitere Aufgabe und damit Platz 13 gekostet. Somit ist es bei Platz 36 von 103 geblieben.


Gleich geht's los, es herrscht eine nervöse Stille... – unser Team im Zeitraffer

Es waren einige interessante Aufgaben dabei. Zu Beginn stellten wir uns der Aufgabe, in der ein Fahrzeug in einem riesigen Grid (10^6 x 10^6) nur nach oben und rechts fahren kann. Dies wird durch Mauern erschwert. Es sollte nun die Anzahl der Positionen ermittelt werden, aus denen es nicht möglich ist, die rechte obere Ecke zu erreichen. Die Aufgabe haben wir zuerst falsch eingeschätzt und dadurch falsch programmiert. Anschließend fanden wir den Denkfehler und mussten deshalb das Programm komplett neu schreiben. Leider unterlief uns da ein blöder Fehler in der Implementierung der Breitensuche, den wir nicht gleich gefunden haben.
In den weiteren Aufgaben, die wir lösen konnten, musste die Größe einer Armee festgestellt werden, die nötig ist um alle Burgen einzunehmen, Inseln in der richtigen Reihenfolge abgefahren werden, um sie in der kürzesten Zeit besuchen zu können und Schokolade in richtig große Teile zerbrochen werden, sodass alle Freunde ihre Rippchen bekommen (wurde mit einem 101x101x2^15x2 großen DP gelöst (-; ). Die Aufgabe, an der zum Schluss gearbeitet wurde, hatte mit dem Einlesen von Barcodes zu tun. Es musste aus einem übergebenen Muster (Strichbreiten) herausgelesen werden, ob es ein gültiger Code ist – also ob Prüfzeichen vorhanden sind und ob die Breite der dünnen und dicken Streifen eine Fehlertoleranz von 5% einhielten – und wenn ja, sollte ausgegeben werden, wie der Code zu übersetzen ist. Leider ist uns diese Aufgabe nicht mehr gelungen.
So blieb es dann bei 4 gelösten Aufgaben. Weitere lösbare Aufgaben wären gewesen: Ein APL-Interpreter, Messung von Höhenlinien und die Ermittlung der Anzahl der Seen in einer, sich bei Regen füllenden, Landschaft. Insgesamt sieht man schon, dass versucht wird, einen Realitätsbezug herzustellen. Jedoch muss dieser weitgehend ausgeblendet werden, um den Kern des Problems zu erfassen.

Besonders gut haben das die Gewinner, die Shanghai Jiaotong University, mit 7 gelösten Aufgaben demonstriert. Das Abendprogramm wurde von IBM gesponsert. Es war ein Abendessen mit Begleitung einer Artistikgruppe. Auch wurde der Gewinner des Karaokewettbewerbs festgestellt. Deren Vorrunde, die Ermittlung der Finalisten, wurde während der letzten Abendessen ausgetragen. Brinky hat es auch noch zu einer Höchstleistung gebracht – er hat sein Essensstäbchen abgebrochen, wie er das geschafft hat ist fraglich – ich war ja schon froh wenn es mir nicht aus der Hand gefallen ist.
Nun war die Nacht noch vor uns, jedoch versprach sie sehr kurz zu werden, da um 8:00 Uhr unser Flieger ging. Also haben wir das Schlafen ausgesetzt und uns noch einer letzten Runde Poker hingegeben, um dann möglichst früh zum Flughafen zu gelangen.

06.02.2010 – Samstag / Heimreise

Sehr früh waren wir am Flughafen – doch sonst eher niemand, auch kein Personal. Wir wussten auch nicht, wo wir uns anstellen mussten. Als dann endlich Personal kam – welches auch nur langsam in die Gänge kam, ging es langsam vorwärts, auch wenn kaum einer einen Brocken Englisch sprechen konnte. Endlich vorne am Schalter wurde uns mitgeteilt, dass das die falsche Schlange ist an der wir uns angestellt hatten. Nun ja – das war ungünstig, denn unser Schalter war inzwischen vollkommen überfüllt und uns blieb nur noch wenig Zeit. Endlich an diesem Schalter vorne angekommen, bediente uns leider jemand, der mit e-Tickets nichts anfangen konnte – entsprechend dauerte es eine halbe Ewigkeit bis er unsere Boardingpässe ausgedruckt hatte. Wir schafften es dann doch noch zu unserem Flieger und, um es vorweg zu nehmen, unser Gepäck auch.
Diesmal hatten wir nicht so viele Zwischenstopps wie beim Hinflug. In Amsterdam kamen wir aber nochmal vorbei. In Nürnberg angekommen, waren wir jedoch alle relativ geschafft von den Strapazen. Ich freute mich dann am meisten auf ein gemütliches Bett in dem ich laaaange ausschlafen konnte.