ACM Programmierwettbewerb an der FAU

SWERC 2005 in Paris

Noch mehr Bilder gibt's hier unten.

Die Uni Erlangen entsandte dieses Jahr wieder drei stahlharte Teams in den Wettkampf nach Paris, um nach Möglichkeit an das gute Ergebnis des letzten Jahres anzuknüpfen, als unsere Uni mit dem ersten Team den vierten Platz für sich beanspruchen konnte. Dieses Mal wollte man mal wieder in die Vollen gehen: die einen versuchten es mit einer Prise Optimismus und nannten sich /dev/accepted; andere verwiesen pur und ehrlich auf ihre beste Tugend mit dem Namen FAUlpelze und der Überraschungsjoker segFAUlt ahnte wohl schon, was ihm blühen würde.

Freitag, 18. November

Bei dem Transport der Teilnehmer nach Paris konnten wir uns auf Erfahrungswerte stützen - und ausbauen. Wagen leihen, Leute einladen, Abschiedsfotos, und los, bis zu einem Fast-Food Restaurant kurz vor der Grenze; Mittagessen - und weiter bis nach Paris.

Marsch- und Vorortverpflegung in Form von viel gesundem Obst, satt machender Woscht etc. - und großzügig kalkulierter Bierkastenvorrat kamen indes hinzu, denn diesmal lief dank unseres Fanclubbegründer und -leiters (s. u.) unser Chauffeur zu Höchstform auf und die beiden agierten wie ein eingespieltes Team (leider nicht im Contest ;).

Diesmal hatten die Organisatoren ein Hotel ausgesucht, das näher an der Innenstadt lag, was allerdings für die Navigation kein allzu großes Problem darstellte. Wir hatten zwei Navigationsgeräte dabei, welche ihren Job machten (selbst das Betatest-Gerät (erlaubt sich nur noch ganz große Schnitzer) führte uns auch tatsächlich zuverlässig zum Ziel). Ok, die gemütliche Extrarunde um den letzten Block haben leider zwei der drei Autos verpasst.

Eine angenehme Überraschung für alle (?) Informatiker war natürlich der WLAN-Zugang zum Internet im Hotel, für den man sich nur per Social-Engineering eine französische Handynummer ergattern musste. Seien wir mal ehrlich - das schönste an Paris ist doch das, was man Zuhause auch gehabt hätte... oder wurden wir gerade als Geeks ertappt?

Samstag, 19. November

Laßt die Spiele beginnen! Jedoch erst mal langsam: Schauen wir auf die Uhr. Es ist zu früh. Viel zu früh. Aber es gibt bald kein Frühstück mehr. Bald, das ist so in fünf Minuten. Es ist also spät - viel zu spät.

Frühstück noch bekommen, Plan aufgegangen. Transfer aller Teams zur Ecole Polytechnique (dem Austragungsort) und dort nochmal gefrühstückt. So wie man das hier niederschreibt, klingt es eigentlich gar nicht so schlecht. Doch dann kommt der wirklich interessante Part: Eine Vorlesung extra für uns ICPC-Teilnehmer. Mal sehen was die Franzosen so draufhaben. Themenwahl: Innovativ. Englischkenntnisse: Differenziert. Aussprache: Schwer verständlich. Soundbeispiele: Extravagant. Reaktion der Teilnehmer: Verhalten, wobei dies teilweise unbegründet war.

Danach folgten die üblichen Hinweise, Einweisungen, Last Minute Registrations, Kaffeepausen, welche den Start bestimmten. Eine angenehme Unterbrechung war dabei die Mensa, welche - auch am Samstag - ordentlich und schmackhaft auftischte. Einigen teilweise hochrangigen Mitgliedern des französischen Militärs zeigten wir gleich mal Flagge, denn unser phänomenaler Fanclub (haben wir schon den Leiter des Fanclubs erwähnt? s.u.) hatte einen fränkischen Aushängestofffetzen organisiert, der natürlich u.a. auch die Mensa der Ècole Polytechnique zieren sollte.

Der Samstagnachmittag stand im Zeichen der Practice Session, in welcher die Wettkampfumgebung getestet werden konnte. 55 Teams pferchten sich in die Rechnerräume der Ècole Pt., testeten die Umgebung, und ließen sich in verschiedenen Posen im Wettkampfraum fotographieren - schließlich ist bei dem eigentlichen Wettkampf die Anwesenheit von Betreuern, Fans, Fanclubs und Fotos streng verboten. Souverän verwies /dev/accepted alle anderen Teams ihrer Schranken und setzten sich triumphal auf Platz 1; leider einen Tag zu früh...

Mit viel Spannung erwarteten wir nun den Punkt Entertainment auf der Tagesordnung. Bisher steppte ja nicht gerade der Bär, doch Entertainment, das sollte es werden. Ca. zwei Stunden Aufenthalt, bei denen die Schafkopfkarten ausgepackt wurden, und alle waren bereit. Der spaßige Organisator des Contests kam tatsächlich - wenn auch etwas spät - und ließ die Überraschung platzen: Zum Entertainment sollte der Mitschnitt eines Livekonzerts mithilfe von computergenerierten Melodien gezeigt werden. Leider nahm der Großteil der Anwesenden diesen absolut hippen und dynamischen Entertainment-Event nicht wahr und verließen den Saal - dabei konnte man bei dem Krach doch wunderbar und erholsam schlafen!

Abends gab es keine Bootsfahrt wie in den Jahren davor (alte Hasen waren darüber anscheinend erfreut, Newcomer eher weniger...), sondern direkt in der Ècole Polytechnique ein Stehbuffet. Gegenüber dem Boot war ein klarer Vorteil, daß die Schlacht ums kalte Buffet nie so richtig heiß wurde - damit war auch etwas erreicht. Und über den Wein hat sich auch keiner beklagt.

Sonntag, 20. November

Der wichtigste Tag der Woche begann wie der vorherige, viel zu früh, diesmal mit dem Panikbonus, ob denn auch alle Leute rechtzeitig zur Abfahrt erscheinen würden.

Showtime - der Grund unserer Anwesenheit!

Wie am Tag zuvor machten es sich die Teams gemütlich. Angespannt waren sicherlich auch Coaches und Fanclub, welche im Hörsaal vom Vortag verweilen durften, mit Internetverbindung und dem stets aktuellen Ranking auf Beamerleinwand. Punkt 10 Uhr ging es los: 5 Stunden Konzentration, Stress und Buffet.

Kurz nach dem Start setzen sich Team 2 und Team 1 auf den ersten und zweiten Platz, die Stimmung im Hörsaal der Coaches war entsprechend gut, Fanclubleiter Florian (s. u.) unterhielt die zu Hause gebliebenen über den IRC mit neuesten Informationen. Ein Novum, das den ICPC zu einem etwas populärerem Spektakel in der Erlanger Informatik machte. Für die Liveberichterstattung wurde ein eigener Channel eingerichtet, in dem sich eine erstaunliche Anzahl von Studenten einfand, die richtig mitfieberten. Vielleicht hätte das Wissen darum den ersten beiden Teams ja noch den letzten nötigen Kick verschafft. Denn leider verließ unsere Teams dann nach gut drei Stunden der Erfolg - die ersten zwei Plätze waren nicht zu halten. Nach fünf Stunden Wettkampf schließlich fanden sich unsere Teams auf den Plätzen 6 (FAUlpelze), 7 (/dev/accepted) und 22 (segFAUlt). Unser drittes Team hatte gemütlich angefangen und bis zuletzt noch drei Aufgaben in der Mache. Wie es dazu kommen konnte, dass nicht einmal eine davon letztendlich gelöst wurde, ist eine lange Geschichte voller Leid und Klage.

Das Gesamtabschneiden der FAU hingegen ist ausgezeichnet, und zeigt, dass wir mehrere Teams haben, die auf hohem Niveau mitspielen können.

So ließ man sich es dann auch nach den 5 nervenaufreibenden Conteststunden und einem letzten, sehr ausgiebigen Rush auf die Reste des Buffets (verschieden belegte Brötchen, wirklich lecker) nicht nehmen, erstmal mit dem heimischen Bier anzustoßen. Davon war auch der Contestorganisator angetan und bat erstmal um "only a glass". Dass daraus eine ganze Flasche wurde, ist selbstverständlich, und wie man so erfährt, soll er auch schon vorher dem eigenen Wein nicht abgeneigt gewesen sein. Die letztendliche Siegerehrung unter seiner Leitung bot jedenfalls Platz für viele witzige Bemerkungen seinerseits, tatsächlich kam nun doch endlich ein Hauch von echtem Entertainment auf!

Abends suchten wir Futter in der Umgebung des Hotels, und trafen unterwegs die Münchner, welche in dem Wettbewerb die Konkurrenz vollständig umgerockt hatten. Nachdem ihnen (siehe Bericht vom Vorjahr) die Qualifikation für die Finals letztes Mal in letzter Sekunde durch die Lappen gegangen war, wollten sie diesmal wohl kein Risiko eingehen und räumten gründlich auf: 9 von 10 Aufgaben gelöst, davon konnten die anderen Teams nur träumen. Platz 2 und 3 hatten auch noch stattliche 7 Aufgaben gelöst. Und nun wollten sie es auch noch bei der Auswahl des Lokals besser wissen! ;) Logisch, dass ein Teil unserer Truppe sich nicht hat lumpen lassen und noch zusammen mit den Münchenern weiter durch Paris gezogen ist. Nach weiteren Aufsplitterungen fand man auf unterschiedlichste Wege zurück ins Hotel - und durfte seltsame Rätsel lösen: Wie kann man in einem solchen Auto fahren? Wieso wächst ein Baum aus Gerhards Kopf? Und wer schreibt "Waldis Mutter kocht schlecht" auf französische Autos?

Montag, 21. November

Der Wettkampf war vorbei, der Spaß- und Kulturteil konnte entgültig beginnen! Der Tag begann natürlich auch, wie üblich, zu früh. Genauso üblich verlängerten wir auf eigene Kosten unsere Dienstreise um zwei Tage, um Paris noch ein wenig näher kennenzulernen - für manche zum dritten mal, für andere zum ersten mal, und daher waren die Pläne für den ersten Tag in Paris auch sehr unterschiedlich.

Der Eiffelturm gehörte dennoch erstmal für alle dazu, danach trennten wir uns.

Eine Gruppe besuchte ausführlich das Museum für moderne Kunst, Centre Pompidou. Eine thematische Ausstellung war so groß, dass wir aus den letzten Sälen freundlich hinausgeschoben werden mussten. Schnell noch beim Postautomaten Briefmarken für 666 EUR bestellt, leider nur in Münzen zahlbar (Foto), und beim Italiener zu Abend gegessen.

Dienstag, 22. November

Durch das ehemalige Künstler- und heutige Touristenviertel Montmartre stiegen wir den Hügel zu Sacre Coeur hinauf.

Der Leidensdruck, Souveniers kaufen zu müssen, hatte sich die letzten beiden Tage merklich aufgebaut, und in Montmartre konnte sich ein Teil der Gruppe dabei ordentlich austoben.

Ein Asiate bot Nahrung nach Gewicht an, und das zu fairen Preisen. Den Haken bei der Geschichte entpuppte sich, als ein Essensberg aufgetischt wurde, der dann auch einiges wog... Wir haben aber brav aufgegessen!

An diesem Abend war der spontane letzte Ausflug in eine Kneipe mit einem Pariser Kumpel unseres Fanclubleiters (s.u.). Der Schuppen, in den wir wollten, hatte schon geschlossen. Also sind wir an einem Hinterhof-Crêpes-Stand vorbeigekommen, wo uns ein heruntergekommener Obdachloser Crack andrehen wollte. Doch unser Fanclub kann auch ohne solche Hilfsmittel zuverlässig arbeiten.





Mittwoch, 23. November

Wir hatten noch eine offene Rechnung von vergangenem Jahr, als wir montags versuchten, in Versailles hineinzukommen. Montags ist Versailles nämlich zu. Dieses Jahr waren wir allerdings darauf vorbereitet, und sind erst mittwochs dorthin gefahren :)

Für des Königs Schlafgemach werden einem zum Beispiel 12 Euro aus den Rippen gezogen, dafür erhält man auch einen Audioguide, der auch dringend nötig ist, denn in dem ganzen Schloß ist kaum eine Hinweistafel angebracht. Wer nicht so viel berappen wollte, wurde also auch nicht gerade glücklich. Das Alphaziel dieser Exkursion sollte eigentlich der Spiegelsaal werden, allerdings war der nur in schwarze Pappe gehüllt, wegen Renovierung. Der Audioguide plauderte munter - und mit festlicher Musik hinterlegt - was für prachtvolle Dinge hinter der Pappe seien.

Irgendwie ist der Besuch von Versailles immer mit Komplikationen verbunden... oder "für die Tonne ".

Also noch schnell Nahrung eingenommen, und den Heimweg angetreten, bei dem wir bereits in den Pariser Berufsverkehr gerieten (danach ist man immer schlauer).

Renés Auto (dieser Chauffeur war eben ein Fachmann) düste einsam in die Nacht, die anderen beiden Autos zuckelten Richtung Grenze hinterher. Nach dem Abendessen an dem Rastplatz der Hinfahrt (bei dem wir Rene und seine Crew wiedertrafen), trennten sich allerdings auch die letzten beiden Autos, weil das Navigationssystem des roten Busses eine "optimalere" Route nach Hause gefunden hatte. Wieso im Großraum Nürnberg auch so fahren, wie eh und je, wenn man stattdessen doch über frischfreche Alternativrouten zumindest den Wohnort von Tilmanns Freundin, den Arbeitsplatz von Tilmanns Freundin und auch sonstige beliebte Plätze von ... besichtigen kann. Dieser Urlaub hörte eben nicht schon vor der Heimfahrt auf.

Für das Protokoll bleibt jedenfalls festzuhalten, dass niemand, der auf der Fahrt verloren ging, auch verloren blieb :)

Epilog

Die Wettkämpfer waren im ersten Team Bernhard Then, Stephan Ritscher und Tobias Werth, im zweiten Team Gerhard Pfeiffer, Daniel Brinkers und Armin Heckmann, und im dritten Team Wolfgang Löhr, Tobias Preclik und Johannes Jordan.

Doch damit ist nur ein Teil der Gruppe beschrieben, die nach Paris fuhr, als Neuerung hatten wir diesmal einen Ersatzmann, Raimund Schilder, ordentlich Fansupport durch Florian Baueregger, einen eigenen (glücklicherweise ehrenamtlichen) Chauffeur, Rene Wittmann, die Betreuer Ingrid Fischer, Tilmann Spiegelhauer und Christian Rieß, welche - sofern nicht selbst weiblich - mit weiblicher Unterstützung angereist sind, nämlich Martina Halbritter und Olga Urzova.

Insgesamt fuhren also 17 Personen mit - die FAU war die am stärksten vertretene Uni :)

Kommen wir also nochmal kurz auf unseren Fanclubleiter zurück, oben schon genannt. Eher zufällig erfuhr er von unserem kleinen Parisausflug, um sich dann spontan anzuschließen und die Fahrt in mehreren Bereichen ordentlich aufzupeppen. So ein eigener Fanclub ist keine schlechte Sache ;-)

Johannes Jordan und Christian Riess

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