ACM Programmierwettbewerb an der FAU

SWERC 2003 in Paris

Ein Wochenende in Paris, der Stadt der Liebe und... des C-Compilers?

Wer schon immer wissen wollte, warum man eine Tastatur ohne PC mit in den Urlaub nimmt darf jetzt schon einmal gespannt sein. Denn zahlreiche (wenn mir noch ein paar einfallen) Rätsel und weise Ratschläge für das Leben als solches und Paris im Speziellen werdet ihr hier, und nirgendwo sonst, finden!

Donnerstag, 13. November 2003

Nachdem es tatsächlich die komplette Mannschaft, bepackt mit Tastatur und zahlreichen Programmierbüchern, geschafft hat, pünktlich um 7 Uhrin Erlangen am Bahnhof zu sein, ging es um 7.15 Uhr los nach Paris. Zum Mittagessen gab es einen Zwischenstopp in Karlsruhe, wo man es auch nicht länger als eine Stunde aushält. Zitat eines Buchhändlers: "Naja, zum Anschauen haben wir hier in Karlsruhe nichts." Stefan konnte dies aber mit einer Bahnhofsführung gut ausgleichen, so dass die Wartezeit uns doch nicht allzu lange vorkam.

Paris bei Nach

Nach unendlich vielen Stunden Zugfahrt kamen wir dann abends in Paris im Gare de L'Est an, von wo es mit der Metro weiter nach Palaiseau zu unserem Hotel ging. Dort angekommen sind wir gleich noch einmal in die Stadt gefahren. Bei Nacht ist Paris noch wesentlich interessanter als tagsüber. Nach dem Abendessen (mit rohem Fleisch, was zumindest einen Teilnehmer, und das ist zufällig der, der diesen Bericht schreibt, doch etwas überrascht hat) beim Centre Pompidou sind wir noch über die Ile de la Cite an Notre Dame vorbei bis zum am Place de la Concorde durchs herbstliche Paris gelaufen - was kann man sich Romatischeres vorstellen, als mit 10 Informatikern an der nächtlichen Seine entlangzulaufen!

Metro

Gruppenbild

Freitag, 14. November 2003

Bis auf die Contest-Anmeldung nachmittags war für heute ein freier Tag geplant. Nach dem Frühstück im Hotel sind wir in die Stadt gefahren und haben zuerst den Eiffelturm bestiegen - bis ganz nauf! Leider war die Sicht nicht besonders klar, aber es lohnt sich trotzdem, da man zumindest einen Überblick über die Stadt bekommt.

Nach dem Eiffelturm gingen wir weiter zum Arc de Triomphe, der v.a. wegen der Verkehrssituation sehenswert ist - hier darf nach herzenslust geschnitten und gehupt werden. Leider hatten wir unsere Autos nicht dabei, nicht einmal der Opel-Club Erlangen.

Danach ging es weiter Richtung Montmarte, wo der liebe Tilmann vor jedem Etablissement angesprochen - warum auch immer. Von Sacre Coeur aus hat man einen super Blick auf die Stadt, und es klarte sogar etwas auf. Allerdings sollte man aufpassen, dass man sich auf dem Weg hoch zur Kirche nicht die Finger in diverse Bändchen wickeln läßt, aus denen man nicht ohne weiteres wieder herauskommt. Für alle nicht so Großstadterfahrenen noch ein Tipp, für den wir unserem Reiseleiter besonders dankbar sind: Gebt euch am besten immer als Amerikaner aus, das klappt immer. Allerdings sollte man auch die Hauptstadt des Bundesstaates, aus dem man behauptet zu kommen, wissen, sonst fällt die Tarnung etwas auf.

Photos gibt's heute leider keine, da die Kamera heute ihren freien Tag hatte.

Nach der Anmeldung im Hotel, die ohne Französisch gar nicht so einfach war, waren wir noch, wie es eben so gehört, wenn man in Frankreich ist, Pizza essen.

Anmeldung im Hotel

Samstag, 15. November 2003

Für heute war zunächst, wie bei den anderen Contests (=Wettbewerben) bisher auch, eine Practice-Session (=Übungssitzung) angesetzt. Doch zunächst durften wir uns, nachdem wir, wie es in Frankreich anscheinend nicht anders geht, ausführlichst Kaffee getrunken und gewartet (auf was eigentlich??) haben, ein paar Vorträge anhören. Nicht zu vergessen seien natürlich das Abgeben der eigens mitgebrachten Tastaturen, da dies v.a. für die Kreativität und Tippgeschwindigkeit einen enormen Unterschied macht. Im Vergleich können wir in Erlangen sehr zufrieden sein mit unserer EDV-Ausstattung, da in Paris die PCs, zumindest zum Teil, schon etwas in die Jahre gekommen waren.

Positiv aufgefallen ist uns v.a. die recht nette Mensa - in Frankreich gibt es wenigstens noch eine Nachtischkultur! Nach dem Mittagessen fand dann die schon erwähnte Practice-Session statt. Hier waren wir noch recht zuversichtlich, da wir die gestellte Aufgabe (die andere Teams in zwei Minuten hatten) noch lösen konnten.

Practice Session

Abends war eine Schifffahrt (endlich kann man dieses Wort, das eigentlich sonst seine Daseinsberechtigung nur als Beispiel für die neue Rechtschreibung hat, auch mal wirklich verwenden!) auf der Seine geplant. Leider waren wir mit dem Bus etwas zu früh da und mußten noch etwas warten, bis alles vorbereitet war. Diese Zeit konnten wir aber nutzen, um den Eiffelturm noch einmal aus der Nähe im Dunkeln zu bestaunen (oh, ah). Nach der Schlacht am kalten Buffet (oder "Baffet", wie es die Experten nennen), das leider doch recht schnell leergegessen war, konnte man noch einmal wirklich viel von Paris sehen, und die vermeintlich kitschige Bootsfahrt hat sich wirklich gelohnt. Unverzeihlich nur, dass gleichzeitig das Fußballspiel Deutschland-Frankreich lief. Andererseits war es vielleicht besser so (das Ergebnis schweigen wir lieber tot!!).

Nachfahrt

Sonntag, 16. November

Nach dem Frühstück ging es direkt an die Ecole Polytechnique, um dort den Programmierwettbewerb auszufechten. Umrahmt von einer Frankenfahne ging der auf fünf Stunden angesetzte Programmiermarathon pünktlich um zehn Uhr los.

Trotz verbissenen und zunehmend verzweifelten Versuchen, die gestellten Aufgaben zu lösen, waren unsere Mühen leider nicht von Erfolg belohnt. Zwar schafften wir es, einige Aufgaben zu lösen, allerdings nicht um gegebenen Zeitlimit. Aber es kam noch schlimmer - auf bei den anderen Teams lief es nicht wesentlich besser. Nach fünf Stunden, man wagt es kaum zu sagen, hatten die Teams 2 und 3 keine, das Team 1 zumindest eine Aufgabe gelöst. Team 2 war zudem zusätzlich damit bestraft, mit dem beiden Siegerteams im gleichen Raum sein zu müssen.

Abschließend muß man leider sagen, dass wir vermutlich bei einem Quake-Turnier etwas besser abgeschnitten hätten. Vielleicht.

Sehr unterhaltsam war dagegen die Nachbesprechung der Aufgaben. Es ist einfach immer wieder herzergreifend, unseren Nachbarn beim Englisch-Sprechen zuzuhören, v.a. wenn sie sich nicht einmal Mühe geben. Besonders gut gefallen hat uns einer der Aufgabensteller (auch dieser Name ist leider in /dev/null verschwunden), der zu jeder Aufgabe gemeint hat, dass sie eigentlich ganz einfach war und dass er sich gewundert hat, dass nur so wenige sie gelöst hätten, und dass er aber keine weiteren Details zur Lösung nennen wollte, außer dass sie wirklich ganz, ganz einfach gewesen sei. Die darauf folgende Siegerehrung, vor der es leider wieder einmal eine Wartepause wegen Problemen mit dem Mooshak-Server gab, war für uns leider sehr schnell vorbei, da die Urkunden ("Honorable Mention") natürlich von hinten verteilt wurden. Die Arschkarte, nämlich die rote Laterne abzuholen, kam wieder dem Schreiber dieses Berichtes zu. Zumindest gab es als Preis einen IBM-Werbekuli.

Falls, was wir uns gar nicht wirklich vorstellen können, doch jemand an den genauen Ergebnissen interessiert sein sollte - hier ist der Link (der hoffentlich bald vom Server verschwindet :)): http://www.polytechnique.edu/icpc2003/ranking.html.

Noch ein Tipp für's Ranking - gebt möglichst viele falsche Lösungen ab, wenn ihr gar keine Aufgabe gelöst habt, dann erscheint ihr in der Liste weiter oben! Leider haben wir dies erst nach dem Wettbewerb herausgefunden und sind so ziemlich am Schluß gelandet, obwohl wir zumindest mehr Aufgaben versucht hatten als andere Teams (soviel sei als Ausrede gesagt).

Trotz der Wartezeiten gab es während des ganzen Wettbewerbes keine technischen oder sonstigen (z.B. Verhungern oder Erfrieren) Probleme - großes Kompliment an die Gastgeber!

Zumindest eines gab es am Ende des Tages noch zu Feiern - den Geburtstag unseres lieben Klassen- und Ausflugsleiters Stefan, der diesen anscheinend jedes Jahr auf einen SWERC-Termin legt - siehe 2002!

Montag, 17. November

Der Montag war noch einmal für Paris eingeplant. Nach dem (aufgrund der oben erwähnten Feierleichkeit) etwas späteren Frühstück fuhren wir nach La Defense, dem Pariser Bankenviertel. Besonders dominant ist dort der Grand Arche (höhö - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!).

Nach der Besichtigung des Centre Pompidou oder wahlweise Kaffeetrinken für die älteren Herrschaften gab es noch ein Abschlusabendsessen. Dabei stellte sich heraus, dass es tatsächlich schwerer ist, als man denkt, ein gutes Restaurant zu finden (bis auf das mit den goldenen Bogen, das es auch hier überall gibt).

La Defense

Dienstag, 18. November

Nach anstregenden Tagen im Großstadtmoloch Paris konnten wir heute endlich wieder nach Hause ins geliebte, beschauliche Erlangen fahren! Wie nicht anders zu erwarten hatte der Zug ab Paris eine kurze (ca. 1 Stunde) Verspätung, so dass wir den Anschlusszug in Karlsruhe nicht mehr erreichten, was zu gewissen Verstimmungen führte. Schlussendlich sind war aber trotzdem spät aber sicher in Erlangen angekommen und haben auch den kurzen Rundgang durch Fürth, der nicht weniger gefährlich als der Ausflug nach Paris war, gut überstanden.



An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei den Organisatoren in Paris und v.a. bei Stefan und der Prinzessin bedanken! Danke. Auch wenn es teilweise vielleicht nicht so positiv geklungen hat haben die Tage in Paris doch sehr viel Spaß gemacht!

Matthias Bezold
Photos © 2003 by Gerhard "Axt" Pfeiffer