ACM Programmierwettbewerb an der FAU

SWERC 2004 in Paris

Von Schweinefüssen und wenig Schlaf

Nach den nicht ganz so guten Ergebnissen im letzten Jahr, sollte dieses mal alles besser werden. Im Vorfeld wurde hart trainiert (Mails mit Betreffen wie "Zur Lage der Nation" oder "Drohmail"?!), etliche Probecontests abgehalten, kurzum, es wurde wirklich hart für den SWERC gearbeitet.

Unsere Teams:
FAU 1: Wolfgang Löhr, Tobias Preclik, Bernhard Then
FAU 2: Armin Heckmann, Gerhard Pfeiffer, Tobias Werth
FAU 3: Christian Iwainsky, Daniel Michalik, René Wittmann

Als Coaches waren Thorsten Meinl, Christian Riess und Tilmann Spiegelhauer dabei, außerdem kam auch Olga mit uns mit. So kamen wir auf insgesamt 13 Leute, die sich mehr oder minder müde (Treffpunkt 7.30!) auf den Weg machten, Paris zu erobern...

Donnerstag, 18.11.2004 - Erste Erkundigung der Lage

Um Kosten zu sparen, traten wir die Fahrt dieses Jahr mit Autos an. Dabei konnten wir auf einen geräumigen Ford-Neunsitzer und einen Opel Kombi (Wagen der Golfklasse??) von einer Autovermietung, die es offensichtlich wirklich gut mit uns meinte, zurückgreifen. Danke an dieser Stelle nochmal an Michael Philippsen, der früh um sieben aus dem Bett geklingt noch eben einen Fahrauftrag an Ingrid faxte, denn man wollte ihr das Auto nicht aushändigen.

Guten Mutes - Gruppenfoto vor der Abfahrt Ein wirklich hübsches Auto

Obwohl einige Motorradfahrer rund um Paris ziemlich risikofreudig fuhren und scheinbar das Ziel hatten, uns auszuschalten, kamen wir nach etwa neun Stunden Fahrzeit heil an unserem Hotel (Novotel) in Palaiseau, einem Vorort von Paris, an.

Von dort ging es nach ein paar Verschnaufminuten dann auch gleich weiter Richtung Paris, um das Nachtleben zu erkunden. Da nicht alle Hunger hatten (Salami/Toast/Käse im Gepäck..), teilte sich die Gruppe. Über die Suche nach einer Bar mit 1. einem freien Tisch 2. drei schönen einsamen französischen Mädchen und 3. auch noch vernünftigen Preisen, über die Entdeckung des "Louvre" und die seltsame Bar mit den rosa Schildern, in die uns ein paar glatzköpfige "Männer" winken wollten, decken wir an dieser Stelle mal den Mantel des Schweigens. Der Rest der Gruppe ging jedenfalls essen ;-)

Freitag, 19.11.2004 - Hardcore Sightseeing und die Bierwette

Überaus positiv fand zumindest ich die sehr bequemen Betten in unserem Hotel und natürlich: Das Frühstücksbuffet! Zweieinhalb Stunden feinstes Schlemmen - aber nur wenn man es schaffte, rechtzeitig aufzustehen (siehe Sonntag...). Der restliche Tag war fürs Sightseeing reserviert. Auch hier teilten wir uns wieder in zwei Gruppen. Während sich die "Paris-Erfahrenen" feinster kultureller Unterhaltung im Louvre hingaben, begaben sich die Übrigen auf eine Hardcore Sightseeingtour. Diese ging dabei vom Phanteon quer durch die Stadt über Notre Dame, Louvre, Champs Elysée, Hotel des Invalides bis hin zum "französischen Zahnstocher", dem Eiffelturm.

Die Seine in Paris

Beim Versuch, eine weitere Kathedrale zu besuchen entdeckten wir erstaunliches: Überaus bemerkenswert ist die Idee der Franzosen, erst die Besucher zu filzen, was Erheiterung bei unseren Messerträgern hervorrief ("show me this please!") und anschließend Eintritt zu verlangen. Dafür gabs im Sicherheitsbereich wenigstens ordentliche Toiletten und zwei unsere Leute stehen jetzt namentlich in einer Liste der Waffenträger *g*.

Zurück zum Eiffelturm, die Sicht scheint phantastisch gewesen zu sein, die Photos sprechen für sich.

Der Eiffelturm bei Nacht

Sicht vom Eiffelturm Der Thriumphbogen

Nach einem Abstecher zum Arc de Triomphe traffen sich die Gruppen dann wieder im Hotel, um gemeinsam in Palaiseau abend zu essen. Es folgte die Anmeldung zum Contest im Hotel.

Ziemlich bemerkenswert ist wohl auch noch das restliche Abendprogramm. So behaupteten Armin, René, Gerhard und Tobi Werth, sie könnten mit zwei Laubblättern eine Flasche Bier öffnen. Anlaß genug für Christian Riess und Tobias Preclik, einen Kasten Bier dagegen zu wetten. Diese überaus spannende Wette wurde dann nach der Anmeldung ausgetragen. Das Ergebnis darf an dieser Stelle nicht verraten werden, wie auch immer die Flaschen also geöffnet wurden, ausgetrunken haben wir sie jedenfalls alle.

Die Bierwette

Samstag, 20.11.2004 - Kaffee, viel Kaffee - und gute Vorbereitung auf das Buffet

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Contestvorbereitung. Mit Bussen ging es nach dem Frühstück direkt an die École Polytechnique. Auf eigenen Tastaturen tippt es sich bekanntlich am besten, deswegen wurden selbige zunächst abgegeben. Das hieß vorallem warten, warten, warten, garniert mit Unmengen an Kaffee. Danach folgten Vorträge und Hinweise zum Contestsystem. Die Mensa, der École Polytechnique, die wir anschließend besuchten, fand geteilte Meinungen, satt wurde man jedenfalls. Ich jedenfalls freue mich wieder auf die Erlanger Mensa oder besser: meine eigene Küche.

Probecontest Team2 Probecontest Team3

Am Nachmittag gab es dann einen zweistündigen Probecontest, bei dem das Environment anhand zwei einfacher Testaufgaben erprobt werden konnte. Mit etwas Verspätung brachen wir dann nach Paris auf, dort stand für den Abend eine Schifffahrt mit der "Lousianna Belle" auf dem Programm.

Durchnäßt auf dem Schiff

Während wir die Seine einmal rauf und einmal runter schipperten, wurde wie schon im letzten Jahr ein Buffet vorbereitet. Gott sei Dank waren wir über das "reichhaltige Angebot" informiert. So lernten wir aus den Fehlern der letztjähirgen Mannschaft und suchten uns gleich einen Platz in Nähe der Treppe zum Buffet. Das heißt, dieses Jahr bekamen wir auch etwas zu essen. :-) Mit Bussen ging es dann zurück ins Hotel.

Sonntag, 21.11.2004 - Frühstückszeit: 1 Minute

Sonntag, der große Tag. Jeder steht früh auf, ist topfit und hochmotiviert! Jeder, bis auf mich und Tobi Preclik. Wir verschliefen gleich mal zwei Wecker und eine Klopfattacke gegen unsere Tür und hatten daher nur 20 Minuten für Duschen und Frühstücken, was den Puls gleich richtig auf Touren brachte. Gott sei Dank hatten die Busse mal wieder ein paar Minuten Verspätung und so reichte es dann doch noch für ein schnelles Brötchen zwischendurch. An der École Polytechnique war es dann um 10 Uhr soweit - die große Stunde: Beginn des Contests! Wie üblich also fünf Stunden Zeit um möglichst viele der neun Aufgaben zu dritt vor einem Rechner zu lösen. Was gar nicht so leicht ist, wie wir feststellen mussten... Nach dem Sichten der Aufgaben atmeten wir jedenfalls ersteinmal auf, denn wir verstanden zumindest die Aufgabenstellungen. :-) Mit dem Accepted lief es bei uns allerdings nicht ganz so gut, das erste Accepted bekamen wir erst nach 4:30h, dann aber gleich zwei Mal innerhalb von zwanzig Minuten. Vielleicht einer der Gründe warum uns hinterher von Alkoholexzessen im Coachraum berichtet wurde?

Olga und unsere Coaches

Bei uns blieb es leider bei zwei Aufgaben, was zum einen daran lag, dass wir bei Aufgabe C ein "Time Limit Exceeded" bekamen und zum anderen daran, dass ich zu blöd war, Bicoloring vernünftig zu implementieren. Somit blieb es für uns beim 31. Platz, was besser sein könnte, aber womit man auch sicherlich recht zufrieden sein kann, schließlich waren wir alle zum ersten Mal dabei (außerdem haben wir *lm 3 überholt, gell Team2 *g*).

Team 2 hatte ebenfalls recht schnell zwei Aufgaben gelöst, sie sicherten sich damit einen ordentlichen Platz 21, 10 Plätze besser als wir, weil ihre Abgaben ein ganzes St¨ck früher erfolgten.

Während des Contest freuten wir uns schonmal für Team 1. Nach nur drei Stunden hatten Bernhard, Tobi und Wolfgang bereits vier der acht Aufgaben gelöst! Damit lagen sie zunächst auf Platz 2 und waren damit ein heißer Kandidat für Shanghai. Besonders frech war Wolfgang Löhrs Lösungsweg drahtlose Verbindungen zu zählen, welcher gekonnt die schwerere vorgesehene Lösung umschipperte. Die letzten zwei Stunden verbrachte Team 1 allerdings mit zwangsweisem Däumchen drehen. Sowohl "Stormy Versailles" als auch "Fighting the Heat 2" stellte sich für sie als größeres Problem heraus als zunächst angenommen. Nach etlichen Wrong Answer und Time Limit Exceeded wurde Team 1 kurz vor Contestende vom Team der TU München auf Platz 3 verwiesen. Deutlich frustriert verbrachten unsere Kollegen die Zeit bis zur Siegerehrung und mussten dann feststellen, dass sich überraschend noch ein UPC-Team nach dem offiziellen Ende des Contests an Platz 2 und 3 vorbei nach oben geschoben hatte. UPC-2 hatten nach 4:59:59 noch eine fünfte Aufgabe korrekt abgegeben, die allerdings im vorläufigen Endergebnis noch nicht gewertet war. Damit erhielt Team 1 Platz 4, und München rutschte auf Platz 3, was sicherlich bitter war, denn die Münchner dürften sich wohl schon eine Stunde lang auf Shanghai gefreut haben. Das sollte natürlich die Stimmung nicht vermiesen, denn alles in allem hatten alle drei Erlanger Teams die Erwartungen gut erfült und das Ergebnis des letzten Jahres damit ausgebügelt.

Team 1 bei der Siegerehrung Team 2 mit Christian bei der Siegerehrung

Müde, aber ziemlich zufrieden begaben wir uns zur Feier des Tages nach Paris zum Essen (danke Thorsten!). Diesmal sollte es ein französisches Restaurant werden. Dort gab es dann auch die leckeren Schweinefüße, die sich einige Teilnehmer im Glauben, es handle sich um Schweinehaxen, bestellten. Dummerweise war dem nicht so, daß heißt, an dieser Stelle war ich wirklich froh, Vegetarier zu sein. Außerdem gab es in dem Lokal ganz tolle Strohhüte, die besonders Tilmann sehr freuten.

Tolle Strohhüte beim Essen Tobi Preclik auf der Heimfahrt

Nach einem kleinen Stadtbummel fuhren wir dann zurück zum Hotel, wo sich ein Teil der Studenten noch bis nachts um 5 (in Worten FÜNF!) einer Diskussionsrunde über Verbesserungsvorschläge fürs nächste Jahr hingaben. Die fünf gelehrten Flaschen Wein lassen wir hier mal lieber unerwähnt.

Montag, 22.11.2004 - Abreise

Das Aufstehen fiel uns jedenfalls recht schwer, zum Glück konnten wir aber etwas ausschlafen. Gegen elf Uhr verließen wir dann das Hotel, um nach Versailles zu fahren. Eine gigantische Landschaft und phantastische Gebäude erwarteten uns, etwas getrübt vom düsteren Himmel, aber durchaus lustig. So entwickelten wir diverse Theorien, nach welchem Algorithmus der Park wohl am besten zu Durchwandern sei. Die Abbruchbedingung war nach etwa eineinhalb Stunden schnell gefunden: Hunger. Während sich die Mehrzahl der Leute zum Chinesen begaben, stellten Armin, Bernhard, Tobi Preclik und ich fest, dass 1. das Bestellen eines Käsebaguettes mit Händen und Füßen eine recht lustige Angelegenheit sein kann und 2. auch im französischen Macces schöne Frauen rumlaufen. Außerdem gab es recht interessante Experimente, wie schnell ein Eiswürfel auf einem Mac-Strohhalm schmilzt und wie klein man den ganzen Müll von zwei Maxi Menüs in eine Pommespackung pressen kann. Rene und Wolfgang machten lieber einen Abstecher nach Paris, so daß wir uns später wieder in Versailles zusammenfanden. Von dort ging es zurück Richtung Deutschland. Da im Ford kein Radio vorhanden war, gab es hier recht nette Denkaufgaben zu lösen, so daß wir jetzt keine Angst mehr vor Kannibalen, bunten Hüten und Abzweigungen in der Wüste zu haben brauchen.

Eine wunderschöne Aussicht in Versailles

Alles in allem kann man denke ich durchaus von einem Erfolg sprechen. Auch wenn sicher noch ein klein wenig mehr Potential vorhanden gewesen wäre, so hat sich das harte Training wirklich ausgezahlt. An dieser Stelle ein Riesendankeschön an unsere Coaches, die sich mit den Trainingsterminen stets nach den unmöglichsten Wünschen von uns gerichtet haben und wirklich viel Zeit investiert haben. Ein weiteres Dankeschön geht natürlich an Ingrid und den Lehrstuhl 2, die die Reise ermöglicht haben sowie an Thorsten für die geniale Fotodokumentation!

Artikel und Bildbearbeitung: Daniel Michalik
Blick vom Eiffelturm: René Wittmann
Fotos soweit nicht anders angegeben: Thorsten Meinl